Bessere Mathenoten durch KI? Was ein kontrolliertes Schulexperiment zeigt
- 3. Juli
- 2 Min. Lesezeit
STAT-UP AI Newsletter · Freitag, 3. Juli 2026 · Vol. 44

Willkommen zur neuen Ausgabe unseres STAT-UP KI-Newsletters! Dieses Mal geht es nicht um ein neues Sprachmodell, sondern um eine besonders wichtige Frage: Hilft KI Menschen tatsächlich beim Lernen, oder liefert sie nur schneller Antworten?
Zitat der Woche
Was bedeutet das?
KI soll Lehrkräfte demnach nicht ersetzen, sondern ihre Möglichkeiten erweitern. Ob das tatsächlich funktioniert, lässt sich jedoch nicht allein anhand von Erfahrungsberichten beurteilen. Dafür braucht es kontrollierte Studien, die Lernfortschritte mit und ohne KI vergleichen.
Worum geht es?
Google DeepMind und die Bildungsorganisation Fab AI haben untersucht, wie sich der Einsatz von Gemini Guided Learning auf den Mathematikunterricht in Sierra Leone auswirkt. Anders als ein gewöhnlicher Chatbot soll dieser Lernmodus nicht sofort die fertige Lösung präsentieren. Stattdessen führt er Schülerinnen und Schüler mit Fragen und Erklärungen schrittweise durch eine Aufgabe und fördert so aktives Mitdenken statt passivem Abschreiben.
An der vorab registrierten Studie nahmen 1.763 Schülerinnen und Schüler aus 48 Klassen an zwölf weiterführenden Schulen teil. Die Klassen wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe nutzte Gemini während der Hälfte ihrer wöchentlichen Mathematikstunden, die andere erhielt den üblichen Unterricht ohne KI-Unterstützung. Der Versuch lief im Herbst 2025 über acht Unterrichtswochen und wurde unter realistischen Schulbedingungen durchgeführt, um möglichst praxisnahe Ergebnisse zu erhalten.
Das Ergebnis: Die für den KI-Einsatz vorgesehenen Klassen erzielten anschließend einen um 0,258 Standardabweichungen höheren Lernfortschritt als die Vergleichsgruppe. Vereinfacht ausgedrückt entspricht das Ergebnis laut Google ungefähr einer Verbesserung vom mittleren 50. auf den 60. bis 64. Rang unter 100 vergleichbaren Lernenden. In der Bildungsforschung gilt ein solcher Effekt bereits als relevant, insbesondere bei einem relativ kurzen Untersuchungszeitraum.
Bemerkenswert war auch die Nutzung: Die Schulen sollten Guided Learning insgesamt zwölf Stunden einsetzen. 69 Prozent der beteiligten Schülerinnen und Schüler erreichten mindestens diesen Wert; im Durchschnitt kamen die Klassen auf rund 15 Stunden. Wer die vorgesehenen zwölf Stunden absolvierte, zeigte in der statistischen Auswertung einen noch größeren Effekt. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Besonders motivierte Klassen könnten das Werkzeug intensiver genutzt und gleichzeitig aus anderen Gründen bessere Ergebnisse erzielt haben.
Warum ist das für Unternehmen relevant?
Für Unternehmen ist das Prinzip interessant. Ein KI-Lernsystem könnte beispielsweise neue Mitarbeitende durch Software, interne Prozesse oder statistische Methoden führen. Statt lediglich eine Antwort auszuspielen, stellt es Rückfragen, erkennt Verständnislücken und passt die nächsten Schritte dynamisch an den Wissensstand an. Dadurch entsteht eine Art personalisiertes Training, das sich kontinuierlich anpasst.
Die Studie zeigt aber auch, welche Bedingungen erfüllt sein müssen: Die Lehrkräfte wurden geschult, die KI-Nutzung war in strukturierte Unterrichtseinheiten eingebettet und die Ergebnisse wurden mit standardisierten Tests gemessen. Es handelte sich also nicht um einen freien Chatbot-Einsatz ohne Begleitung. Zudem stammt der Bericht von den Organisationen, die das Produkt entwickelt beziehungsweise eingesetzt haben. Untersucht wurden nur Mathematikunterricht, ein begrenzter Zeitraum und Schulen in einer Region Sierra Leones. Ob sich der Effekt langfristig hält und auf andere Länder, Altersgruppen oder Themen übertragen lässt, müssen weitere unabhängige Studien zeigen.
Hinweis: Dieser Newsletter wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.



